Weitschauende Kamp-Lintforter Geschäftsleute erkannten bereits vor 30 Jahren, dass der Einzelhandel der Stadt versuchen muss, einerseits
auswärtige Käuferschichten für Kamp-Lintfort zu interessieren, andererseits aber auch die eigene Kaufkraft am Ort zu halten. So gründeten
im Mai 1972 nach mühevoller Lauf- und Überzeugungsarbeit die ersten 46 Mitglieder die Werbegemeinschaft Kamp-Lintfort e. V.
Satzungsmäßiges Ziel der Händlergemeinschaft war und ist es, durch Aktionen und Veranstaltungen für die Einkaufsstadt Kamp-Lintfort zu
werben. Erster Vorsitzender war der Optiker Gottfried Wiesner.
 |
Gottfried Wiesner war
1972 der erste
1. Vorsitzende der
Werbegemeinschaft |
Schon im Sommer schritt man zu den ersten Aktivitäten. Kamp-Lintforter Bürger konnten bei einer Verlosung eine Fahrt mit dem
Fesselballon gewinnen. Dieser stieg auf dem damaligen Wilhelmplatz auf. Hunderte hatten sich eingefunden, um dieses Ereignis
mitzuerleben.
Die Begeisterung der Menschenmenge hallte bei den Vorstandsmitgliedern lange nach und so kamen auch schon neue Ideen. In der
Adventszeit 1972 zog ein traumhafter Märchenzug mit Fackeln und Pferdekutschen durch das Gestfeld- und
Geisbruch-Wohngebiet. Kinder aus Kindergärten und Schulen wurden
„zusammengetrommelt“ und in
 |
Das Knusperhäuschen stand viele Jahre
immer
zur Weihnachtszeit an der Kamperdickstraße
Ecke Moerser Straße. Jeden Tag wurde ein
Türchen geöffnet und ein Gewinn gezogen. |
„Märchenkostüme“ gesteckt, die allesamt von
den damaligen Vorstandsfrauen nebst Helferinnen aus der Nachbarschaft
eigenhändig genäht wurden. Seit dieser Aktion hatte ein Besuch des Nikolaus, in
welcher Form auch immer, in der vorweihnachtlichen Zeit seinen festen Platz.
Im Mai 1973 organisierte die Werbegemeinschaft die Kinder- und Jugendfestspiele.
Beim „Spiel ohne Grenzen“ belagerten über 800 Kinder die aufgebauten Spielstände
auf dem Pappelseegelände und wetteiferten um Punkte und Siege.
 |
Der inzwischen leider verstorbene
ehemalige
Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Karl-Heinz
Nauersnigg bei der Verlosung zum Geisbruchfest |
| |
 |
Petra Frick, vor zwei Jahren im Alter von
42
Jahren verstorben, war viele Jahre Sekretärin,
später sogar Geschäftsführerin der Werbege-
meinschaft. Sie war hauptamtlich für die
Organisation der fast 30 Modenschauen, die
der Verein in der Stadthalle durchführte. Aber
auch an fast allen anderen Veranstaltungen
zwischen 1975 und 1990 war sie maßgeblich
beteiligt. |
Auftakt für viele Aktivitäten in der vorweihnachtlichen Zeit bildete in diesem Jahr der 1.Wohltätigkeitsball, dessen Erlös in Höhe von 3.300
DM als Spende an die Kindertagesstätte Hoerstgen ging.
1974 schlossen sich die Kamp-Lintforter Autohäuser zusammen und präsentierten die 1.Autoschau. Die Autoschau ist bis heute fester
Bestandteil des alljährlichen Frühjahrsbasars der Werbegemeinschaft. In diesem Jahr wurde Karl-Heinz Nauersnigg zum 1. Vorsitzenden des
Vereins gewählt.
Über 400 Kinder nahmen an einem Kindermalwettbewerb teil und sandten ihre Vorstellung von der Strichmännchen-Figur „Ka-Li“ ein. Der
„Ka-Li“ ist zwischenzeitlich modernisiert worden, gilt aber auch heute noch als das Maskottchen der Werbegemeinschaft.
1975 feierte die Stadt Kamp-Lintfort ihr 25-jähriges Stadtjubiläum. Grund genug für die Werbegemeinschaft, sich absolute Highlights
einfallen zu lassen. Über eine Woche feierte man in einem riesigen Zelt ( 3000 Gäste fanden dort Platz). Mit bekannten Künstlern aus Funk
und Fernsehen startete die erste Starparade mit Radio Luxemburg. Eine Kriegsmarineausstellung lockte ebenfalls viele Besucher an. Gekrönt
wurde dieses Jahr mit der originalen „Blauen Bock“-Show in der Eyller Sporthalle. Diese platzte förmlich aus allen Nähten, als die
zahlreichen Besucher sich in die Stadthalle drängten, um Heinz Schenk und viele andere bekannte Stars zu bewundern. Den Abschluss
bildete der 1.Modeball.
1976 liefen die ersten Bemühungen um eine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt Kamp-Lintfort. Ausgerüstet mit
Prospektmaterial der Firma Jelitto mussten Stadtrat, Verwaltung und Fraktionen von der Notwendigkeit einer einheitlichen
Weihnachtsbeleuchtung überzeugt werden. Bis zur vorweihnachtlichen Zeit hatte es die Werbegemeinschaft geschafft. Allerdings mussten die
ersten Illuminationen noch eigenhändig in die Bäume gehängt werden, und die Firmen Merkes und Ricken erklärten sich bereit, erste größere
Elemente an Überspannungen aufzuhängen.
 |
Modenschauen in der Stadthalle fanden
stets ein
begeistertes Publikum. Die Modefachgeschäfte
aus Kamp-Lintfort nutzten die Gelegenheit zum
Leistungsbeweis im Frühjahr und im Herbst. |
Von da an ging es - dank der positiven Resonanz der Kamp-Lintforter Bürger – kontinuierlich aufwärts. Dennoch: Das Thema
„Weihnachtsbeleuchtung“ hat sich gerade aus Kostengründen zeitweise zum Trauma für die Vorstandsmitglieder des Vereins entwickelt.
Dennoch gelang des den Verantwortlichen im Laufe der Jahre immer wieder wunderschöne neue Elemente anzuschaffen.
1977 fand der erste Kamp-Lintforter Trödelmarkt – die Pionierveranstaltung unseres heutigen Frühjahrsbasars – statt.
Unvergesslich ist das Pappelseefest, das die Werbegemeinschaft 1978 unter der Leitung ihres damaligen Vorsitzenden Karl-Heinz
Nauersnigg organisierte. Vorstandsmitglied Gerd Grund ließ aus seinem Würfelsystem eine große Bühne in den See hinein bauen. Tausende
kleiner Lämpchen illuminierten den See. Das bunte Programm lockte viele Tausend Besucher auf das Gelände rund um den Pappelsee.
1981 wurde unter der Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden, Dr. Osthues-Albrecht, ein Hobby-, Freizeit- und Handwerkermarkt
organisiert. In drei großen Zelten präsentierten sich auf der verbreiterten Moerser Straße zahlreiche Firmen und Gewerbebetriebe.
 |
Unvergessen bleibt das
Pappelseefest 1978.
Die Firma Grund-Gerüstbau baute eine riesige Bühne in den Pappelsee. |
1982 bis 1984 folgten als Großveranstaltung die historischen Jahrmärkte, die von einem Kölner Veranstalter organisiert wurden. Zuletzt
war die Werbegemeinschaft mit der Art der Organisation unzufrieden. Daher entschloss
sich der damalige Vorstand, die Sache selbst in die
Hand zu nehmen.
1985 fand das 1. Kamp-Lintforter Stadtfest unter der Regie des heutigen Geschäftsführers, Bernhard Eichhof, statt. Das Kamp-Lintforter
Publikum erlebte in den folgenden Jahren ein wahres Feuerwerk an Stars auf der inzwischen traditionellen Großveranstaltung am ersten
Oktoberwochenende in Kombination mit dem Harley-Davidson-Treffen vor der Sparkasse. Vier Bühnen stehen zum Stadtfest in der
gesamten City, und namhafte Gruppen wie „De Höhner“, die Bläck Fööss, die Gombay-Dance-Band, die Gruppe Jet Black und die
Saragossa-Band sind schon zu Gast in unserer Stadt gewesen. Berühmte Schlagersänder wie Wolfgang Petry, Jürgen Drews und Chris
Andrews sorgten für Power auf den Bühnen.
Der Trödelmarkt wurde in den folgenden Jahren zum 2-tägigen
Straßenparty mit verkaufsoffenem Sonntag und traditioneller
Autoschau ausgeweitet. In dieser Zeit „mauserten“ sich auch nach jahrelanger Aufbauarbeit die Modenschauen der Werbegemeinschaft unter
der Regie der damaligen Geschäftsführerin Petra Frick von der Zeltveranstaltung mit Amateur-Modells zur Gala-Veranstaltung in der
Kamp-Lintforter Stadthalle. Das Profi-Team war bei jeder Veranstaltung Garant für ein ausverkauftes Haus.
 |
Anlässlich der Einweihung der neuen
Fußgänger-
zone im der Altstadt-City eröffneten im Oktober
1985 Bürgermeister Karl-Flügel und Dr. Osthues-
Albrecht das erste Kamp-Lintforter Stadtfest. |
| |
 |
Das Drehorgel-Festival, das 1992 zum
20-jährigen
Bestehen der Werbegemeinschaft organisiet wurde,
war ein großer Erfolg. |
Von 1987 bis 1994 leitete Sparkassendirektor Hans Jochims als Vorsitzender die Geschicke der Werbegemeinschaft.

1988 wurde der erste Nußknackermarkt in der Adventszeit organisiert. Mit einer Höhe von 12 m war der größte Nußknacker der Welt
das Wahrzeichen des Kamp-Lintforter Weihnachtsmarktes. 500 Kinder aus den Kamp-Lintforter Kindergärten schmückten Jahr für Jahr die
Christbäume des Weihnachtsmarktes.
Im Juli 1992 scheute die Werbegemeinschaft keine Mühen und Kosten, um das 20-jährige Bestehen gebührend zu feiern. Das
Drehorgelfest dürfte vielen noch in besonders guter Erinnerung sein. Zahlreiche historische Leierkästen und Drehorgeln gaben sich in
Kamp-Lintfort ein Stelldichein und bildeten den bunten Rahmen des 1. verkaufsoffenen Sonntags. Tausende aus dem gesamten Niederrhein
und dem benachbarten Holland zog es bei sommerlichen Temperaturen nach Kamp-Lintfort, und die Geschäftsleute strahlten mit der Sonne
um die Wette.
 |
Straßenmodenschau 1982 anlässlich des
Historischen Jahrmarktes. |
1997 feierte die Werbegemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen. Mit einer großen Galaveranstaltung in der Eyller Halle wurde dieses Jubiläum
gebührend gefeiert Stargast war Ireen Sheer.
Seit 1999 ist die Werbegemeinschaft Organisator und Mitveranstalter der Kamp-Lintforter
Beach-Party im Spaßbad Pappelsee. Zwischen
6000 und 8000 Besucher kommen alljährlich zu dieser Veranstaltung, auf der auf drei Bühnen Programm geboten wird. Costa Cardalis, Ibo, die Höhner
und Andrea Berg waren bereits dabei.
Anfang 2001 stellte man fest, dass ein großer Teil der Weihnachtsbeleuchtung marode ist und Investitionkosten von 50.000,- DM notwenig
waren, um den Fordbestand des weihnachtlichen Lichterglanzes in der Stadt zu gewährleisten. In mühevoller Arbeit gelang des den
Vorstandsmitgliedern diesen Betrag zusammen zu stellen. Großzügige Spenden der Stadt, der Sparkasse, der Stadtwerke, des
Verkehrsvereins und vielen anderen Sponsoren ermöglichten diesen großen Kraftakt.
 |
Wolfgang Petry bei seinem
Auftritt zum Stadtfest
1987 |
 |
Christine Franke begeisterte
die Besucher des
letzten Stadtfestes am 5. und 6. Oktober 2002.
Zwar war der Samstag ziemlich verregnet, aber
der Sonntag zeigte sich dann doch recht freund-
lich und lockte wieder Tausende Besucher in die
Innenstadt von Kamp-Lintfort. |
 |
1987 übergab Dr. Henning Osthues-Albrecht
den
Vorsitz der Werbegemeinschaft an Sparkassen-
direktor Hans Jochims |
Das vereinseigene Organ „Familienpost“ ist eine Zeitung, die im Mai 1984 gegründet wurde. Nicht
ohne Stolz verweist Geschäftsführer
Bernhard Eichhof, der seit Gründung verantwortlicher Redakteur der Zeitung ist, auf die unabhängigen Möglichkeiten der Pressearbeit.
Aktionen und Veranstaltungen der Werbegemeinschaft, Sonderaktionen oder besondere Anlässe der Vereinsmitglieder finden in der
„Familienpost“ ein Werbeorgan, das 12mal im Jahr mit einer Auflage von
30.000 Stück an die Haushalte in Kamp-Lintfort, Issum, Sevelen, Rheurdt,
und Rheinberg kostenlos verteilt wird.
Von 1994 bis 2004 leitete Willi Pöplinghaus als
1. Vorsitzender den Verein. Bei der Hauptversammlung im März 2004 wurde die
Satzung der Werbegemeinschaft geändert. Seit dem setzt sich der
geschäftsführende Vorstand des Vereins aus einem Geschäftsführer und vier
Vorstandsmitgliedern zusammen.
Die Werbegemeinschaft besteht im Jahre 2007 nun schon seit 35 Jahren und ist mit
140 Mitgliedern eine starke Gemeinschaft, die im nicht unerheblichen Maße zur
positiven Imagepflege der Stadt Kamp-Lintfort beiträgt.
Die Werbegemeinschaft besteht in diesem Jahr (2010) 38 Jahre. Der jetzige
Vorstand setzt sich zusammen aus
Rainer Kammerer,
Michael Schiff, Bettina Strobel, Andreas Wiesner und Bernhard Eichhof
als Geschäftsführer.

|